№ 06 Innovation bei Texas Instruments: Über Penicillin, Petrischalen und das Jahr 1928

Inhalt

Fragt ein Mitarbeiter bei Texas Instruments, wie man es mit dem Thema Innovation hält, so erhält er deutlich zu Antwort: „Innovation is in everything what we do“.

Texas Instruments, ein Technologieunternehmen, das vielen von uns schon in der Schule als Hersteller der Taschenrechner für den Mathematik-Unterricht begegnet ist und dessen Prozessoren in all unseren Haushaltsgeräten ihren Dienst tun, schreibt Innovation groß: in Texas, weit weg vom deutschen Standort, in den Kilby-Labs – benannt nach Jack Kilby, dem Erfinder des integrierten Schaltkreises und vermutlich berühmtesten Sohn des Unternehmens – werden die großen Innovationen ausgebrütet.

In Deutschland sorgen dann allerdings die Experten für die inkrementellen Verbesserungen.  Von großen Innovationen wird hier wenig spürbar. „Niemand bei uns wusste, was Innovation in seinem konkreten Arbeitskontext wirklich heißt. Also haben wir einfach mal einen Raum gebucht und eine Einladung rausgeschickt“, erinnert Leisgang.

Leisgang beschließt, das Thema Innovation in Eigenregie in die Hand zu nehmen und das Thema erlebbar zu machen und Kollegen zu begeistern. Er lädt zum ersten „Innovation Day“, erst in kleinem Kreis, dann mit großem Verteiler. Das Format legt er als Open Space an, und setzt das Thema Innovation damit auf die Tagesordnung.

„Ich habe mir gedacht: das probiere ich jetzt einfach aus. Das Schlimmste, was passieren kann, ist: ich sitze alleine da und keiner kommt. Dann weiß ich zumindest, dass ich bei der ganzen Geschichte keine Mitstreiter habe“, erzählt Leisgang in unserem Buch „Graswurzelinitiativen in Unternehmen“. Es kommt aber anders. Die Innovation Days wachsen und werden fester Bestandteil des Alltags, es entsteht ein Innovation Club als bereichsübergreifende Initiative, und neue Formate wie die Inspirations-Session „Sparks“ liefern Andockmöglichkeiten für neue interessierte Kollegen.

Warum Tobias Leisgang das Jahr 1928 wichtig war, was das mit Petrischalen zu tun hat und wie die Innovations- Graswurzel weiter gewachsen ist, das erzählt er in der neuen Folge unseres Podcasts.

Unseren Podcast gibt es auf allen gängigen Plattformen:

 

Zitate

„Gefühlt war es mir und meinen Kollegen zu wenig, was in der Organisation an Innovation passiert“

„Es gab genügend Verrückte, die sagten: Dann mach ich mit und mache halt meine normale Projektarbeit am Freitag Nachmittag oder Samstag oder lass mal fünfe gerade sein“

„Das Jahr 1928 war die Erfindung des Penicillins – da hat der Mister Flemming seine Petrischalen aufgestellt und sie vergessen – und dann ist zufällig etwas gewachsen, was später mal ein Renner war“

„Ich hatte den Luxus, eine kleine Kostenstelle zu haben und ein paar Kaffee ausgeben zu können, ohne dass mir ein Controller aufs Dach steigt“

„Für uns ging es nicht um Organisationsentwicklung. Für uns war es einfach ein fehlendes Puzzelstück. Es ging um einen Experimentierraum, Prototypen, erste Resultate“

„Meine Philosophie war immer: Wir machen das jetzt so lange bis uns einer stoppt“

„Ich hatte irgendwann mal die Erkenntnis: Es geht viel mehr als man denkt. Viel mehr, als erlaubt ist“

 

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