Studie: Nur jedes zweite Unternehmen hat eine digitale Strategie

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Die Digitale Transformation ist in den deutschen Unternehmen angekommen. Aber was schon in der CRISP Studie zur digitalen Transformation im letzten Jahres klar wurde, zeigt sich auch in der aktuellen Studie „Transformationswerk Report 2016“: Viele Chefs sehen sich offenbar auf einem guten digitalen Weg. Die Mitarbeiter vertreten allerdings eine andere Meinung. Das Management „beauftragt“ digitale Initiativen, aber in den allerwenigsten Fällen sind die Top Führungskräfte involviert.

44 Prozent der Unternehmenslenker halten sich für „digital kompetent“. Die Mitarbeiter bescheinigen aber nur zu 14% eine digitale Kompetenz. Die Selbstüberschätzung zeigt sich an vielen Stellen in der aktuellen Studie.

„Das Management überschätzt seine Fähigkeiten, weil es noch nicht verstanden hat, wie die Digitalisierung eigentlich funktioniert“, sagt Studienautor Willms Buhse. Zu häufig würden Führungskräfte noch in Richtung IT-Abteilung schauen und davon ausgehen, dass diese das schon hinbekommen würde.

Die Studie „Transformationswerk Report 2016“ liefert einige spannende Erkenntnisse: Gerade einmal 49 Prozent der Unternehmen haben einen übergeordnenten Plan für den digitalen Wandel entwickelt. Jede zweite Firma kann also keine digitale Strategie vorweisen.  Was den Unternehmen nach eigener Aussage fehlt: Wissen und Zeit. Jedes Vierte gibt an, dass ihm schlicht das Know-how für die digitale Transformation fehlt. 71 Prozent der Befragten nennen fehlende Zeit als Faktor.

Die Wichtigkeit der Digitalisierung haben die Unternehmen verstanden, die Dringlichkeit nicht. Experimente machen, Fehler zulassen, innovative Inseln aufbauen, digitale Treiber fördern und mit Zeit und Geld ausstatten, um aktiv das eigene Geschäft zu disruptieren – dazu braucht es aber nicht nur Zeit und Geld, sondern auch Mut. Die aktuelle Studie könnte dazu ein Anstoß sein.