Lichtblick: Digitale Verbindungen schaffen

 

Während alle über KI diskutieren, haben wir die Basics noch nicht gelöst. LinkedIn quillt über vor KI-Hypes, ChatGPT-Tutorials und Zukunftsszenarien. 

Doch mal ehrlich: Bevor wir uns Gedanken über die nächste technologische Revolution machen, sollten wir vielleicht erst die aktuelle zu Ende denken.

Denn während wir von KI-gestützter Produktivität träumen, sitzen Tausende von Mitarbeitenden in stummen Slack-Channels, unbeantworteten Enterprise Social Networks und leblosen digitalen Communities.

Die Digitalisierung der Zusammenarbeit – die angeblich längst vollzogene – funktioniert in vielen Unternehmen schlicht nicht. Nicht, weil die Technologie fehlt. Sondern weil wir vergessen haben, dass Menschen mehr brauchen als Tools.

Vor einigen Jahren habe ich am Alfred Adler Institut meine Ausbildung zur Individualpsychologischen Beraterin und Supervisorin absolviert. Damals dachte ich nicht, dass Adlers Konzept des Gemeinschaftssinns eines Tages der Schlüssel zum Verständnis digitaler Zusammenarbeit werden würde.

Kürzlich haben wir in der Zeitschrift für Organisationsentwicklung über amorphe Strukturen in Unternehmen diskutiert – jene funktions- und hierarchieübergreifenden Netzwerke, die sich wie eine unsichtbare Schicht über die formale Organisation legen. Communities of Practice, Slack-Channels, Enterprise Social Networks: Sie entstehen top-down oder wachsen aus der Mitte heraus, um gemeinsame Interessen zu bündeln.

Doch viele dieser digitalen Räume bleiben stumm, weil Gemeinschaftssinn nicht automatisch durch Technologie entsteht. Alfred Adler erkannte bereits in der Individualpsychologie: Menschen brauchen das Gefühl von Zugehörigkeit, um sich produktiv einzubringen. Im digitalen Raum fehlt jedoch oft genau das – die zufällige Begegnung auf dem Flur, das aufmunternde Nicken, die spontane Idee in der Kaffeepause.

Soziale Netzwerke können Gemeinschaftssinn schaffen – wenn wir bewusst gestalten, was im Analogen nebenbei passiert. Doch virtuelle Communities brauchen mehr als ein technisches Setup:

✨ Mut zur Unvollkommenheit – Räume, in denen halbfertige Gedanken willkommen sind

✨ Digitale Ermutigung – aktive Wertschätzung durch Führungskräfte und Peers

✨ Vertrauen in das Implizite – das Wissen, das wir noch nicht ganz verstehen, darf sichtbar werden

In meinem Beitrag für #Lichtblick, die Zeitschrift für #Individualpsychologie, zeige ich, welche Aspekte explizit adressiert werden müssen, damit aus virtuellen Strukturen lebendige Erlebnisse werden. Denn die Frage ist nicht mehr, ob wir digital zusammenarbeiten können – sondern wie wir echtes Miteinander schaffen.

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