Gartner: Magic Quadrant 2015 für Social Software

Seit 2007 beobachtet Gartner den „Social Software“ Markt (Magic Quadrant for Team Collaboration and Social Software). Gegenüber dem letzten Jahr  hat sich nichts wesentliches verändert. Microsoft, IBM und Jive liefern sich das Kopf an Kopf rennen, einige Player sind raus (unter anderem BlueWiki von ATOS).

 

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Microsoft hat viele neue Produktnamen in das Portfolio geworfen (Clutter, Lens, Sway, Send, Cortana, Delve) und für Verwirrung gesorgt. SharePoint und Yammer Activity Stream überlappen sich, Instant Messaging gibt es in allen Geschmacksrichtungen ebenso wie die verschiedenen Such-Technologien.

Auf der IBM Seite tut sich gefühlt seit einem Jahr nicht viel auf der Connections-Seite – außer die Ankündigung, dass bald alles mittels in die IBM Blutbahn injizierten Design Thinking Viren alles hübscher wird. Stattdessen verwirrt IBM lieber mit der Neu-Erfindung von e-Mail, die aber mehr zu einer eh fälligen Renovierung downgesized wurde. Die Revolution hat jedenfalls nicht stattgefunden.

Mit der Komplexität der Produkte haben sowohl Microsoft als auch IBM zu kämpfen – oder vielmehr deren Kunden mit einem überfrachteten und schlecht an den Enden verklebten Gesamtprodukt (Connections) oder mit einem Affenzirkus der verschiedensten, teilweise nur in der Cloud verfügbaren Einzelanwendungen (Microsoft). Spannend wird die Markteintritt der Consumer-Lösungen. Facebook@Work steht vor der Tür und hat es schon in eine Bank geschafft, die beeindruckende Anwenderstory der Manpower Group mit Google Apps zeigt auch, was möglich ist mit „Consumer“ Tools.

Ob man den Analysten von Gartner nun über den Weg traut oder nicht. Der Markt ist reif, die Produkte sind reif, die Unternehmen nutzen die Chancen dieser Produkte als Katalysator in der digitalen Transformation noch viel zu wenig. Solange das Denken in Befehlsstrukturen, Hierarchien, Aktenschränken und Silos noch Bestand hat, hilft die Software-Einführung wenig.

Ceterum censeo: Social Software kann man installieren, Social Business aber nicht.